Modul

Frieden

Der Meister nimmt einen Stein in die Hand.

Er hält ihn für alle sichtbar in seiner offenen Hand.

Dann schaut er zu einem seiner Schüler und fragt:

„Wenn eine Person diesen Stein auf dich wirft und dich trifft: Auf wen bist du dann böse?“

Der Schüler antwortet:  „Natürlich auf die Person.“

Darauf der Lehrer „Nun es ist doch der Stein, der dich trifft. Nicht die Person…“

„Ich bin nicht böse auf den Stein, weil er nicht die Intention hatte mir weh zu tun. Es ist die Person, die ihn auf mich geworfen hat“, entgegnet der Schüler.

Der Lehrer lächelt. Dann schließlich sagt er:

„Nun, wenn wir diese Logik weiterdenken, solltest du nicht böse auf die Person sein. Du solltest böse auf ihr Leiden sein. Denn die Person ist einfach wie der Stein, sie wird hilflos von ihrem eigenen Leiden gelenkt.“

Ist es dir schon mal passiert, dass du aus Wut oder Ärger in dir einen „Stein“ geworfen hast? Also, dass du Dinge gesagt hast, die andere verletzt haben? Vielleicht hast du es auch unmittelbar gemerkt und deine Worte bereut.

Wann immer wir Wut, Ärger oder sogar Hass in uns tragen, leiden wir. Wir sind in dem Moment nicht glücklich. Häufig erscheint uns in einem solchen Moment die einzig mögliche Lösung, diese Emotionen rauszulassen. Und häufig verursachen wir so noch mehr Leiden – für uns und andere.

Mit diesem Verständnis in uns geht diese Lektion um Vergebung. Vergebung für Menschen, die dich in der Vergangenheit verletzt haben.

Es geht nicht darum ihr Verhalten zu relativieren. Und noch weniger darum, dass sie keine Verantwortung für ihr Handeln tragen. Es geht ein bisschen darum, dass wir versuchen ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, warum sie so gehandelt haben, wie sie es taten.

Und noch wichtiger: Es geht darum dir dabei zu helfen, dass du loslassen und weitergehen kannst. Denn du hast Frieden verdient. Du hast Freiheit verdient.

Deine Übung: Brief in die Freiheit

Deine Zeit für dich: 20-30 Minuten

Dein Glück: Frieden in dir, Erleichterung, Verständnis, Selbstfürsorge, Freiheit, mehr Energie

Deine Aufgabe:

  1. Schreibe eine Person oder Situation auf, wo du fühlst, dass du sie loslassen solltest
  2. Schreibe auf, was sie getan haben und analysiere, was sie dazu gebracht haben könnte auf diese Weise zu handeln. Oder in anderen Worten: Welches Leiden in ihnen hat sie auf dich zielen lassen?
  3. Nachdem etwas Verständnis entstehen konnte, schreibe einen Brief in dem du der Person oder Situation vergibst.
  4. Verbrenne den Brief. Wenn diese Person dir noch immer sehr nahsteht und ihr in einem guten, respektvollen Austausch steht, kannst du dir überlegen, ob du mit ihr oder ihm das Gespräch suchst.

Diese Übung kann etwas herausfordernd sein.

Ich wünsche dir, dass du dabei in deinem Herzen präsent bist.

Alles Liebe,

Carlos

P.S.:  Vergebung ist ein Wunder, dass DICH befreit.

Verletzt zu werden scheint ein unumgänglicher Bestandteil des Lebens zu sein.

Das kann sehr schmerzhaft sein.

Die natürliche Reaktion ist es, an unserem Groll festzuhalten.

Wir spielen die Situation im Geist wieder und wieder durch und unsere Wut, Trauer und Enttäuschung kommen hoch und verstärken sich.

Jedes Mal, wenn wir das tun, ist es so, als wenn wir auf die Wunde, die der erste Stein verursacht hat, einen neuen Stein werfen. Auf uns selbst.

Buddha drückte es einmal sehr drastisch aus:

„An unserer Wut festzuhalten ist wie Gift zu trinken und zu hoffen, dass der andere stirbt“

FavoriteLoadingMerkMich